Sucht: Grundlagen
 

Was ist Sucht?

 

Ein Einstieg in Suchtverhalten kann sein, wenn man ein Verhalten oder eine Substanz dazu missbraucht, um sich kurzfristige Erleichterung von seinen Problemen zu verschaffen.

Es entsteht ein Teufelskreis: Durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten wird eine
unbefriedigende und als unerträglich erlebte Situation scheinbar verbessert. Läßt die Wirkung der
Substanz aber nach, kommt es im wahrsten Sinne des Wortes zu einer"Ernüchterung", denn die
Person muß feststellen, daß sich ihre Situation nicht wirklich verändert hat. Oft erscheint sie sogar
noch unerträglicher, so daß die Person jetzt erst recht die Substanz "braucht", um der Situation zu
entfliehen.

 

Eine Abhängigkeit oder Sucht besteht, wenn mindestens drei der
folgenden Kriterien vorliegen:

1. Starker Wunsch oder Zwang nach Konsum

2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich:
- Beginn
- Beendigung
- Menge
des Substanzkonsums

3. Konsum zur Milderung von körperlichen oder psychischen Entzugserscheinungen 3. Konsum zur Milderung von körperlichen oder psychischen Entzugserscheinungen

4. Toleranzentwicklung

5. Eingeengtes Verhaltensmuster im Umgang mit der Substanz

6. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen zu Gunsten des Substanzkonsums

7. Anhaltender Substanzkonsum trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen (z. B. Leistungsabfall, Arbeitsplatzverlust, Depressionen, körperliche
Folgeerkrankungen)

Körperliche Abhängigkeit

Nur ein kleiner Teil aller Suchtmittel können körperlich abhängig machen. Im Fall einer körperlichen Abhängigkeit
kommt es zu körperlichen Entzugserscheinungen, wenn die Substanz abgesetzt wird.
Zu einer körperlichen Abhängigkeit kommt es bei folgenden Substanzen: Morphine, Opiate, Barbiturate und Alkohol.
Bei allen anderen Suchtmitteln tritt keine körperliche Abhängigkeit auf.

Oftmals wird die körperliche Abhängigkeit als das größere Probleme dargestellt. Das entspricht nicht den Tatsachen.
Ein Entzug ist in der Regel innerhalb einer Woche durchgeführt, d. h. die körperliche Abhängigkeit ist überwunden.
Das eigentliche Problem aber ist die psychische Abhängigkeit. Sie ist die Ursache für die häufigen Rückfälle.

Psychische Abhängigkeit

Die psychische Abhängigkeit stellt das Kernproblem einer jeden Suchterkrankung dar. Im Laufe einer Suchterkrankung
nimmt das Suchtmittel einen immer höheren Stellenwert im Leben der Person ein. die Zeit, in der sich süchtige Mensch
mit der Beschaffung und dem Konsum des Suchtmittels beschäftigt, nimmt ständig zu und wird im Extremfall zum allleinigen Lebensinhalt.

 
Wonach kann man süchtig sein?

Es gibt verschiedene Arten von Suchtmitteln:

legale
z. B.: Tabak, Alkohol, Lösungsmittel, Medikamente
illegale
z. B.: Cannabis, Kokain, Heroin, LSD; Speed, Ecstasy

Es gibt verschiedene Formen von Sucht:

substanzgebunden
z. B.: Alkoholsucht, Nikotinsucht, Heroinsucht
verhaltensgebunden
z. B.:Magersucht, Ess-Brechsucht, Kaufsucht, Internetsucht, Arbeitssucht, Sexsucht, Spielsucht


   
   
   
   
 

Suchtprävention beim Pädagogischen Institut des Landeshauptstadt München